Netzwerkkarte Geschwindigkeit testen: Ursachen für langsame Werte
Zu wenig Download oder Upload? Dieser Leitfaden erklärt Ursachen, Prüfungen und Optimierungen für DSL, Kabel, Glasfaser und WLAN.
Was bedeutet es, die Geschwindigkeit der Netzwerkkarte zu testen?
Beim Test der Netzwerkkarte wird geprüft, wie schnell Daten zwischen dem Computer und dem Router übertragen werden. Ein Speedtest misst zusätzlich die Verbindung zum Internet und zeigt meist Download, Upload und Latenz. Die Ergebnisse können voneinander abweichen, weil nicht nur die Netzwerkkarte, sondern auch Router, WLAN, Betriebssystem, Anbieter und die Auslastung des Netzes beteiligt sind.
Eine geringere Geschwindigkeit ist nicht automatisch ein Defekt. Entscheidend ist der Vergleich zwischen einer Verbindung per Netzwerkkabel und WLAN sowie zwischen mehreren Messungen zu unterschiedlichen Zeiten.
Ursache 1: Die Netzwerkkarte arbeitet mit falscher Geschwindigkeit
Eine Netzwerkkarte kann sich mit dem Router auf eine niedrigere Übertragungsrate einigen, etwa 100 Mbit/s statt 1 Gbit/s. Gründe dafür sind eine fehlerhafte automatische Aushandlung, ein inkompatibler Treiber oder ein beschädigter Anschluss. Prüfen Sie in den Netzwerkeinstellungen, ob die angezeigte Verbindungsgeschwindigkeit zur Hardware und zum Router passt.
Bei einer kabelgebundenen Verbindung sollte außerdem der Status der Ethernet-Schnittstelle kontrolliert werden. Eine moderne Netzwerkkarte allein garantiert keine hohe Geschwindigkeit, wenn Router oder Kabel die Übertragung begrenzen.
Ursache 2: Das Netzwerkkabel begrenzt den Datendurchsatz
Ein altes, beschädigtes oder schlecht abgeschirmtes Netzwerkkabel kann die Verbindung auf eine niedrigere Geschwindigkeit reduzieren. Besonders bei Glasfaser- oder schnellen Kabelanschlüssen fällt die Begrenzung auf, wenn nur ein älteres Kabel oder ein ungeeigneter Stecker verwendet wird.
Verwenden Sie ein intaktes Kabel mit passender Kategorie und testen Sie einen anderen LAN-Anschluss am Router. Wenn die Geschwindigkeit danach steigt, lag die Ursache wahrscheinlich am Kabel oder am bisherigen Port.
Ursache 3: WLAN verursacht schwankende oder langsame Ergebnisse
WLAN ist empfindlicher gegenüber Entfernung, Wänden, Nachbarfunknetzen und elektrischen Störquellen. Im 2,4-GHz-Band ist die Reichweite oft besser, während das 5-GHz- oder 6-GHz-Band meist höhere Datenraten bei kürzerer Entfernung ermöglicht. Auch ältere WLAN-Standards können den Download deutlich begrenzen.
Führen Sie den Test möglichst nahe am Router durch und vergleichen Sie das Ergebnis mit einer Messung über LAN. Verwenden mehrere Geräte gleichzeitig WLAN, teilen sie sich die verfügbare Kapazität. Das kann vor allem bei Videoübertragungen, Cloud-Synchronisationen und großen Downloads auffallen.
Ursache 4: Router oder Heimnetz sind überlastet
Ein Router muss Daten von vielen Geräten gleichzeitig verarbeiten. Aktive Downloads, Streaming, automatische Backups und Smart-Home-Geräte können die verfügbare Bandbreite aufteilen. Bei älteren Routern kann zusätzlich die interne Hardware zum Engpass werden.
Beenden Sie vor dem Test nicht benötigte Datenübertragungen und starten Sie den Router nur dann neu, wenn ein vorübergehender Fehler vermutet wird. Prüfen Sie außerdem Firmware, Netzwerkauslastung und die angeschlossenen Geräte. Ein Neustart ersetzt keine dauerhafte Fehleranalyse.
Ursache 5: Der Anbieter liefert nicht die erwartete Leistung
Bei DSL, Kabel und Glasfaser kann die tatsächliche Geschwindigkeit von der gebuchten oder beworbenen Leistung abweichen. Bei DSL hängt sie unter anderem von Leitungslänge und Leitungsqualität ab. Kabelanschlüsse können sich die Kapazität mit anderen Haushalten teilen, während bei Glasfaser meist andere Faktoren wie Router, Endgerät oder Hausverkabelung auffallen.
Führen Sie mehrere Messungen per LAN zu verschiedenen Tageszeiten durch und dokumentieren Sie Download, Upload und Latenz. Vergleichen Sie die Werte mit den Vertragsangaben des Anbieters. Einzelne Messungen reichen nicht aus, um eine dauerhafte Einschränkung nachzuweisen.
Ursache 6: Treiber, Energiesparoptionen oder Betriebssystem bremsen
Veraltete Treiber können die Funktion der Netzwerkkarte beeinträchtigen. Auch Energiesparoptionen, VPN-Software, Sicherheitsprogramme oder fehlerhafte Netzwerkprofile können den Datendurchsatz reduzieren. Besonders nach einem Betriebssystem-Update lohnt sich eine Kontrolle der Treiber und Adaptereinstellungen.
Installieren Sie Treiber möglichst von der Website des Geräte- oder Mainboard-Herstellers. Deaktivieren Sie testweise nicht benötigte VPN-Verbindungen und vergleichen Sie die Messung mit einem anderen Gerät. Änderungen an erweiterten Adapteroptionen sollten dokumentiert werden, damit sie bei Problemen zurückgesetzt werden können.
So testen Sie die Geschwindigkeit zuverlässig
- Verbinden Sie den Computer direkt per Netzwerkkabel mit dem Router.
- Beenden Sie aktive Downloads, Uploads, Streams und Cloud-Synchronisationen.
- Führen Sie mehrere Messungen zu unterschiedlichen Zeiten durch.
- Notieren Sie Download, Upload, Latenz und verwendete Verbindung.
- Vergleichen Sie LAN, WLAN und gegebenenfalls ein zweites Endgerät.
- Prüfen Sie Routerstatus, Netzwerkkarte, Kabel und Anbieterangaben.
Ein einzelner niedriger Wert kann durch einen ausgelasteten Testserver oder eine kurzzeitige Störung entstehen. Aussagekräftiger ist ein wiederkehrendes Muster unter vergleichbaren Bedingungen.
Welche Maßnahmen verbessern die Geschwindigkeit?
- Nutzen Sie für hohe Datenraten eine kabelgebundene Verbindung.
- Positionieren Sie den Router möglichst frei und zentral.
- Wählen Sie bei WLAN ein weniger belegtes Funkband oder einen geeigneten Kanal.
- Aktualisieren Sie Router-Firmware und Netzwerkkartentreiber.
- Ersetzen Sie beschädigte Kabel und prüfen Sie die LAN-Anschlüsse.
- Reduzieren Sie parallele Downloads und automatische Synchronisationen.
- Vergleichen Sie die Messwerte mit den Angaben Ihres Anbieters.
Wenn die Geschwindigkeit per LAN auf mehreren Geräten dauerhaft deutlich zu niedrig bleibt, sollte der Anbieter die Leitung prüfen. Sind nur ein einzelner Computer oder ausschließlich WLAN betroffen, liegt die Ursache wahrscheinlicher im Heimnetz oder am Endgerät.
